* = Fassungsvermögen geschätzt

Gerolzhofen Steigerwaldstadion
Fassungsvermögen:   6.000 Stadionart: Fußballstadion
Sitzplätze:      200 * Leichtathletikstadion: nein
davon überdacht:      100 * Flutlicht: nein
Stehplätze:   5.800 * Anzeigetafel: eine, manuell,
davon überdacht:      600 * Eigentümer: FC Gerolzhofen 1917
Stadioneröffnung: 10. August 1957 Heimmannschaft: FC Gerolzhofen 1917
Zuschauerrekord:   Anschrift: Schallfelder Str. 51, 97447 Gerolzhofen,
Tribünen: eine überdachte Stehtribüne Nebenplätze: 1 Rasenplatz, 1 Ascheplatz,
frühere Namen:   Internet: http://www.fcgerolzhofen.de

          

                                                                                      

Beschreibung: Das Steigerwaldstadion hat eine überdachte Tribüne mit Stehplätzen und eine in die Tribüne integrierte überdachte Terrasse mit Sportheim. Daneben befinden sich 5 große Stehstufen. Die Gegengerade besteht ebenfalls aus 5 großen Stehstufen. Beide Hintertorseiten bestehen aus Grashängen, im Süden befindet sich die Anzeigetafel. Charakteristisch sind die terrassenförmig angelegten 3 Fußballfelder der gesamten Anlage.
Historie: Mit einem großen Fest feierte der 1. FC Gerolzhofen am 10. August 1957 die Fertigstellung der neue Sportstätte an der Schallfelder Straße. Ein alter Schuttplatz wurde die neue Heimat des Vereins. 
Ausschlaggebend für den Entschluss, den Sportplatz zu verlegen, war, dass immer mehr Spiele auf dem "Säusee" an der Dingolshäuser Straße ausfielen, weil der Platz besonders in den Wintermonaten unbespielbar war. Außerdem entsprachen die Maße (100 mal 53 Meter) nicht mehr den Vorschriften.
Als neues Sportgelände kam der alte Schuttplatz an der Schallfelder Straße in Frage. "Der Anfang 1953 an die Öffentlichkeit heran getragene Gedanke, dort einen Sportplatz zu errichten, fand geringen Widerhall, da man die Entfernung von der Stadt als nachteilig empfand", berichtete der Steigerwald-Bote. Die Bevölkerung blieb auch dann noch skeptisch, als die Stadt 1953 dem FC ein drei Hektar großes Teilgelände im Erbbaurecht zur Verfügung stellte. Sie glaubte, die Schwierigkeiten dort eine Sportanlage zu bauen, seien zu groß. Bis die Grundstücksfrage gelöst war, vergingen eineinhalb Jahre. Während dieser Zeit waren die Planungen für das 26 000 Quadratmeter große Areal durch Stadtbaumeister Benz bereits im Gange.
Richtig los ging es am 24. Mai 1954. An diesem Tag rückten Soldaten der US-Armee, in dem Fall des 35. Pionier-Bataillons, das in Kitzingen stationiert war, mit einer Planierraupe an, um mit den Erdarbeiten zu beginnen. Diese zogen sich über ein Jahr hin und mussten oft wegen schlechten Wetters unterbrochen werden.
"Die Amerikaner schliefen in der Brauerei Gradl, verköstigt wurden sie in der Siedlungsgaststätte Berthold", berichtet Helmut "Happa" Schmitt. Gut erinnern kann er sich auch noch daran, wie Mitglieder des FC ab 19 Uhr die Baumaschinen der Amerikaner bewachen mussten. Zu einer Bauverzögerung kam es, als das Straßenbauamt forderte, die Stehränge, die die Amerikaner geschoben hatten, müssen zuerst um zehn Meter nach Osten und dann nochmals um weitere fünf Meter verlegt werden, weil der Knick in der Schallfelder Straße begradigt werden sollte. Komme der Verein dem nicht nach, werde das Amt den Bau nicht abnehmen, wurde mitgeteilt. "Die Amerikaner schimpften, weil sie alles noch einmal machen mussten. Und die Straße ist bis heute noch nicht begradigt", so Schmitt, der als Dolmetscher fungierte. Als Holzfäller in Kanada hatte er Englisch gelernt.
Nachdem die Amerikaner ihre Arbeit beendet hatten, kamen die Mitglieder des FC zum Einsatz. In Handarbeit ebneten sie den aufgeschütteten Boden, der vom Butterwerk-Gelände stammte, ein. Im Steigerwald-Boten war zu lesen, dass die Amerikaner mit ihren Planierraupen über 35 000 Kubikmeter Erde bewegt haben. "Etwa 90 Kubikmeter Steine für die Rollierung der Zufahrtsstraße brach man aus dem nördlichen Teil des Platzes. Für das 70 auf 105 Meter große Hauptspielfeld war die Anfuhr von über 1000 Kubikmeter Humusboden erforderlich, bis der Rasen im Sommer 1956 angesät werden konnte. Dazu kam die Erstellung der Umzäunung sowie die Anpflanzung von Bäumen, Sträuchern und Hecken", hieß es in der Lokalzeitung. Umgeben war der Platz von einer fünf Meter breiten Aschenbahn. Außerdem gab es Hoch- und Weitsprunggruben sowie den 60 auf 90 Meter großen Ausweich- und Trainingsplatz. 
Mit dem Spielfeldbau ging der des Vereinsheims einher. Dieses war ein etwa 26 Meter langes und etwa elf Meter breites Gebäude mit Wirtschaftsräumen, überdachter Veranda mit 120 Sitzplätzen, Jugendzimmer, Umkleideräumen, sanitären Anlagen und einer Drei-Zimmer- Wohnung im Dachgeschoss für den Vereinswirt. "Das Vorhaben erfordert größere finanzielle Anstrengungen. Um seine Durchführung zu ermöglichen, tritt der FC an die Sportfreunde und Gönner des Vereins mit der Bitte um Unterstützung heran, indem Ansichtskarten als so genannte Bausteine angeboten werden", schrieb die Lokalzeitung. Die Erstellungskosten betrugen 60 000 Mark. Dreiviertel der Baukosten wurden durch Eigenleistung und Eigenmittel aufgebracht. Der Rest durch langfristige, zinslose Darlehen wie zum Beispiel durch den Bayerischen Fußballverband München oder vom früheren FC-Spieler und Gönner, Brauereibesitzer Erwin Hümmer aus Dingolshausen.
Später kamen das neue Stadiongebäude mit Tribüne und der dritte Platz dazu.
Anstelle des 1957 in Betrieb genommenen Sportheims entstand von 1979 bis 1982 das heutige Stadiongebäude als 1. und 2. Bauabschnitt des Freizeitzentrums Süd. Das dritte Spielfeld oberhalb der beiden ursprünglichen Plätze wurde 1976 angelegt.
( Auszug aus der Chronik des FC Gerolzhofen !!! )

  * = Fassungsvermögen geschätzt